Mittwoch, 7. März 2012

Salz und Kajal


Es ist das Gewissen, dass man ist gebaut hat. Dass man eine Person, die einem wichtig ist, verletzt hat. Das Wissen, dass man es nicht wollte. Ein Schmerz, anders als körperlicher. Tiefer, unangenehmer. Schmerzhafter.
Und die Frage, wie man das wieder gut machen soll. Warum man so dumm war und es gesagt hat. Warum man wieder einmal nicht vorher nachgedacht hat.
Warum müssen wir immer die Menschen so sehr verletzen, die uns die Wichtigsten sind? Schicksal? Schwarzer Humor? Zufall?
Verzweiflung führt zu Verzweiflungstaten. Und diese bereut man nur noch mehr. Sie machen die Situation noch schlimmer. Und obwohl es mich in den Fingern juckt unter mein Kopfkissen zu greifen, lasse ich es. Es macht es nicht besser. Es wird dadurch nur sichtbar.
Nicht die körperlichen Verletzungen und Narben sind die schlimmsten. Gefährlicher sind die im Inneren. Sie heilen nie ganz ab, können immer wieder aufgehen. Und man bemerkt sie erst, wenn sie wieder bluten. Heimtückisch. Mörderisch.
Sie liegen auf allen Dingen schwerer. Können mehr zerstören. Und es gibt keine sichere Methode sie zu flicken.
Schade eigentlich. Was passiert wohl, wenn das ganze Herz vernarbt ist? Wenn die ganze Seele blutet? Ich hoffe, ich muss nie herausfinden, was das für mich bedeutet.
Vielleicht gibt es irgendwo doch den Chirurgen, der auch mich heilen kann. Mich, mein Herz, meine Seele.
Irgendwo.
Irgendwann.
Wenn du das auch möchtest.
In stummen Gedanken und Tränen,
Lea

1 Kommentar:

  1. ''Wir alle sind Kunst, gezeichnet vom Leben.'' Und du bist ein besonders wertvolles Stück. So, ja... Hände weg von dem, was unter'm Kissen ist.

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