Samstag, 10. März 2012

Vermummungsfreiheit


Mal ein ganz anderes Thema heute. Ich hab irgendwann heute Nacht ein wahnsinnig gutes Buch ausgelesen. Nicht von der Handlung gut - es ist eine eher schlechte Hollywoodhandlung über eine Prostituierte, die natürlich ihren Märchenprinzen findet - nein, es geht um die Äußerungen, die diese Frau von sich gibt. Ich mache es mal an folgendem Ausschnitt deutlich:

"Ach Ralf, du weißt nicht, wie sehr ich dich liebe. Ich glaube, wir verlieben uns immer in dem Augenblick, in dem wir dem Mann unserer Träume zum ersten Mal begegnen, obwohl der Verstand uns weismachen will, dass wir uns irren. Wir beginnen uns halbherzig dagegen zu wehren. Bis der Augenblick kommt, in dem wir unseren Gefühlen nachgeben, und genau das ist in jener Nacht passiert, als ich barfuß und schlotternd vor Kälte und Schmerz durch den Park gegangen bin und begriff, wie sehr du mich liebtest.
Ja, ich liebe dich so, wie ich noch nie einen Mann geliebt habe, und ebendeshalb gehe ich, denn wenn ich bleibe, würde der Traum Wirklichkeit werden, und ich würde dich besitzen wollen - all das, was aus Liebe Sklaverei macht. Es ist besser, es bleibt ein Traum. Wir müssen vorsichtig mit dem sein, was wir aus einem Land mitnehmen - oder aus dem Leben."

Ich finde es brillant. Es ist so wahr. Diese Gefahr, aus Liebe Sklaverei zu machen. Liebe heißt doch irgendwo nebeneinander frei zu sein. Und Fesseln sind Dinge wie Eifersucht. Besitzergreifung. Verbote.
Freiheit. Ein schönes Wort. Voller Bedeutungen. Es weckt Verlangen. Verlangen nach ihm.
Liebe macht frei? Dann ist es Liebe. Liebe nimmt gefangen? Dann ist die Liebe gefährlicher als ein Kampf auf einer Klippe.  Aber mir geht es weniger um die Liebe, als um die Freiheit. Das Gefühl, gehen zu können, wohin man will. Der Blick in den Spiegel und der Stolz noch das zu sehen, was man erwartet hat. Die Kunst sagen zu können, ich bin zufrieden auf mich. Sagen zu können, man habe sich selbst gefunden.
Der Sprung über eine Grenze und laufen zu können. "Ich laufe und bin frei!" wie Schandmaul sagt. Nehmt euch die Freiheit und lest "Elf Minuten" von Paulo Coelho. Es ist ein wirklich interessantes Buch. Ich für meinen Teil geh jetzt laufen. Symbolisch und real über Grenzen springen.
Bis bald,
Lea

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