Mal ein ganz
anderes Thema heute. Ich hab irgendwann heute Nacht ein wahnsinnig gutes Buch
ausgelesen. Nicht von der Handlung gut - es ist eine eher schlechte
Hollywoodhandlung über eine Prostituierte, die natürlich ihren Märchenprinzen
findet - nein, es geht um die Äußerungen, die diese Frau von sich gibt. Ich
mache es mal an folgendem Ausschnitt deutlich:
"Ach Ralf, du weißt nicht, wie sehr ich
dich liebe. Ich glaube, wir verlieben uns immer in dem Augenblick, in dem wir
dem Mann unserer Träume zum ersten Mal begegnen, obwohl der Verstand uns
weismachen will, dass wir uns irren. Wir beginnen uns halbherzig dagegen zu
wehren. Bis der Augenblick kommt, in dem wir unseren Gefühlen nachgeben, und
genau das ist in jener Nacht passiert, als ich barfuß und schlotternd vor Kälte
und Schmerz durch den Park gegangen bin und begriff, wie sehr du mich liebtest.
Ja, ich liebe dich so, wie ich noch nie
einen Mann geliebt habe, und ebendeshalb gehe ich, denn wenn ich bleibe, würde
der Traum Wirklichkeit werden, und ich würde dich besitzen wollen - all das,
was aus Liebe Sklaverei macht. Es ist besser, es bleibt ein Traum. Wir müssen
vorsichtig mit dem sein, was wir aus einem Land mitnehmen - oder aus dem
Leben."
Ich finde es
brillant. Es ist so wahr. Diese Gefahr, aus Liebe Sklaverei zu machen. Liebe
heißt doch irgendwo nebeneinander frei zu sein. Und Fesseln sind Dinge wie
Eifersucht. Besitzergreifung. Verbote.
Freiheit.
Ein schönes Wort. Voller Bedeutungen. Es weckt Verlangen. Verlangen nach ihm.
Liebe macht
frei? Dann ist es Liebe. Liebe nimmt gefangen? Dann ist die Liebe gefährlicher
als ein Kampf auf einer Klippe. Aber mir
geht es weniger um die Liebe, als um die Freiheit. Das Gefühl, gehen zu können,
wohin man will. Der Blick in den Spiegel und der Stolz noch das zu sehen, was
man erwartet hat. Die Kunst sagen zu können, ich bin zufrieden auf mich. Sagen
zu können, man habe sich selbst gefunden.
Der Sprung
über eine Grenze und laufen zu können. "Ich laufe und bin frei!" wie
Schandmaul sagt. Nehmt euch die Freiheit und lest "Elf Minuten" von
Paulo Coelho. Es ist ein wirklich interessantes Buch. Ich für meinen Teil geh
jetzt laufen. Symbolisch und real über Grenzen springen.
Bis bald,
Lea
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