Montag, 12. November 2012

Nicht mein Kopf



Nebelschwaden

Sprünge über Sprünge.
Zielfindung.
Wo ist der Weg?
Stille.
Einsamkeit.
Wohin?
Im Kreis drehen,
nichts sehen können.
Dunkelheit.
Was hab ich getan?
Schuldgefühle.
Zweifel.
Wohin geh ich?
Gedanken rennen,
finden kein Ende.
Wie lange noch?
Suche nach Licht,
Suche nach Erlösung,
kann nichts finden.
Alles bleibt im Nebel.


So ungefähr stelle ich es mir im Kopf von Herrn Weyzen vor... Denkt mal alle drüber nach..
Lea

Sonntag, 30. September 2012

Rom


Laute Musik und Gedanken, die durch meinen Kopf schießen. Ich habe schon lange nicht mehr geschrieben. Der Stift fühlt sich fremd und doch vertraut an. Er möchte reden - ich möchte reden. Über Mut.
Mut sind viele Dinge. Mut ist es, wenn man senkrecht an einer Hauswand in die Tiefe rennt nur mit einem Seil gesichert. Mut ist es, wenn man jemandem offen und ungeschminkt die Wahrheit sagt. Mut ist es, wenn man sich für jemanden einsetzt. Und Mut ist es, sich vor einen anderen schutzlos zu stellen mit den einfachen, ehrlichen Worten: "Ich mag dich."
Ich sage oft anderen die Wahrheit ins Gesicht oder setze mich für andere ein. Das sogenannte "Houserunning" steht in Kürze an und ich freue mich darauf. Aber es fällt mir unglaublich schwer auf einen bestimmten Kerl zuzugehen und ihn anzusprechen. Denn sobald ich vor ihm stehe, ist mein Kopf wie leergefegt und mein Mut verabschiedet sich in den Urlaub. Es ist wie verhext und ich weiß beim besten Willen nicht wieso. Nein, das ist nicht ganz richtig. Natürlich weiß ich warum. Die objektive Kausalität ist klar. Aber nicht die Reaktion. Wieso muss mein Kopf völlig leer sein? Könnte es nicht eine positive Folge haben?
Ich frage mich oft wie mir das passiert ist und ob das ganze eine Zukunft hätte. Ich war lange unsicher, aber ich habe eine Erkenntnis gefasst: So kann es nicht weiter gehen, so wird es nicht weitergehen! Ich werde das endlich klären. "Wer nicht kämpft, hat schon verloren." Leider wahr. Drückt mir die Daumen!
Lea

Sonntag, 23. September 2012

Windspiel

Heute wieder einmal einen kleinen Text von mir. Ich bin nämlich gerade wenig kreativ um zu bloggen.



Sie redet, aber ich kann nicht verstehen, was sie sagt. Ich starre nur auf diese vollen, roten Lippen. Diese Lippen, von denen ich mich frage, wie sie wohl schmecken würden. Ihre Worte dringen nicht zu mich durch, aber ihre Augen strahlen -  das Thema begeistert sie. Selbst die Farben ihrer Iris scheinen zu glitzern, umringt von einem dichten Kranz tiefschwarzer Wimpern. Diese Augen, diese faszinierenden Augen, die - ich wünschte es -  nur mich sehen sollten.
Der Wind weht ihr eine Strähne ihres mahagoniefarbenen Haares ins Gesicht. Ohne es wirklich wahrzunehmen, streicht sie sich die Strähne hinter ihr Ohr. In mir wächst der Drang ihr durch dieses Haar zu fahren, neugierig ob es so weich ist, wie es scheint.
Sie deutet auf einen Satz in dem Text, den ich in der Hand halte. Mich beeindrucken die verschlungenen Muster auf ihren Nägeln, die sie selbst erfindet und aufträgt. Die schlanken Finger mit den Silberringen und den spitzen, langen Nägeln. Die Hände, für die ich, sie zu halten, alles tun würde.
Sie ist nicht groß, mehr als einen Kopf kleiner als ich, aber sie hat ein Strahlen an sich, was mir den Atem raubt, mich fesselt, mich meiner Gedanken beraubt. Hätte sie Flügel, wäre sie ein Engel wie er in Geschichten überliefert wird. Aber sie benötigt sie nicht. Die Wärme, die sie ausstrahlt, macht sie schöner und begehrenswerter als das Bild eines Engels.
Sieht sie es? Sieht sie meinen Blick? Den Wunsch, der so offensichtlich in meinen Augen zu liegen scheint? Mein Lächeln muss doch alles sagen! Oder ignoriert sie es?
Mir fällt auf, dass sie nicht mehr redet, sie beobachtet mich. Ein Lächeln streicht über ihre Lippen. Ich wünschte, ich könnte das Bild festhalten: Die vom Wind geröteten Wangen, die strahlenden Augen, das sanfte Lächeln, das zerwühlte Haar, einfach dieses wunderschöne Mädchen, von dem ich eigentlich nichts weiß, nur dass sie mich und meine Gedanken nicht mehr loslässt...

Lea

Samstag, 15. September 2012

Erinnerungen


Ein Freund hat mich daran erinnert, dass ich etwas vergessen habe. Den Blog. Also habe ich nach alten Texten gesucht und auch einen gefunden. Nur für euch jetzt.

Einige Erinnerungen sind machtvoller als Gedanken. Man denkt zurück zu vergangenen Zeiten und spürt das Bauchkribbeln wieder. Man sieht einige Bilder wieder vor sich, hört die Stimmen und Geräusche. Kann regelrecht den Wind oder die Berührungen fühlen. Kann es wieder riechen oder schmecken. Ich habe solche Erinnerungen. Gedanken und Vorstellungen kommen dagegen nicht an. Im Gegenteil, sie wirken fad  und langweilig. Die Nichtexistenz zeigt dabei ihre Macht. Der Augenblick hat nicht existiert. Es ist traurig, aber man muss sich solche Dinge manchmal wieder vor Augen führen. Schöne Erinnerungen. Deren Macht und Intensität noch größer wird, wenn sie plötzlich auftreten, unerwartet, nach langer Zeit. Wenn sie wieder aus der Vergangenheit gekramt werden. Dann besitzen sie Kraft. Das Bauchkribbeln ist heftiger und man ist noch einmal in der Szene.
Ein Gedanke kann Berge versetzen, kann Gesellschaften umstürzen, kann Geschichte schreiben. Eine Erinnerung kann Gefühle wecken, daran erinnern und Menschen prägen. Wir sind, was wir sind durch unsere Vergangenheit. Und Erinnerungen gehören zu unserer Vergangenheit. "Alles was wir sind, ist das Resultat davon, was wir gedacht haben." Mir ist egal, wer das einmal gesagt hat, er hat damit recht und gut ist. Negative Gedanken können pessimistisch machen. Schlechte Erinnerungen prägen einen Charakter. Und Erinnerungen können uns Kraft, Mut und die Chance zu lieben geben. Denn Liebe erfordert Mut und Kraft. Den Mut, einen Teil von sich mit einem anderen Menschen zu verschmelzen, und die Kraft, eigenständig und mutig zu bleiben. Liebe kann ein Kampf und die Erlösung seien. Je nachdem welche Erinnerungen man hat...

Ich hoffe, er sagt euch etwas zu.
Lea

Dienstag, 21. August 2012

Sommerwind


Mir ist grade etwas klar geworden. Ich hätte mich wieder hier melden können. Aber irgendwie ist mir zu viel dazwischen gekommen. Das soll keine Entschuldigung seien, nur eine Erklärung. Zur Zeit laufen bei mir mehrere große Projekte, die ich bewältigen muss. Allerdings ist das Wetter drückend genug um es als Entschuldigung anzusehen. Ich habe auch nicht viel zu sagen. Ich glaube, jeder kann meinen Missmut gegenüber Fliegen und dem ganzen Ungeziefer des Sommers verstehen ohne dass ich ihn ausführe. Und ansonsten geht mir nichts durch den Kopf, was einen Post wert wäre. Also werdet ihr euch mit einem Bild begnügen müssen und keinem Blick in meine Seele. Ich hoffe, ihr mögt das Bild, ich vermittele auch gerne an den Künstler weiter, er malt auf Auftrag.
Genießt den Sommer,
Lea

Sonntag, 29. Juli 2012

Worte


Die schwierigsten Dinge dieser Zeit sind Worte. Worte haben Kraft, sind machtvoll, verletzend, Es ist schwer, die Richtigen zur richtigen Zeit zu finden. Falsch gewählte Worte haben eine große Zerstörungskraft. Sie können Momente, Beziehungen, Gefühle, aber auch Menschen zerstören. Ich versuche schon seit längerem die richtigen Worte zu finden. Und das für etwas so simples wie ein Gespräch. Es ist verrückt, wie viel man über solche Fragen nachdenken kann. Wie wichtig einem solche Dinge werden können.  Von welch erstaunlicher Intensität ein Gedanke werde kann, wenn man ihm die Möglichkeit gibt, sich zu entwickeln. Worte beginnen sich zu formen, Sätze entstehen und ganze Texte verbinden sich, werden verworfen, verbessert, umgebaut. Und anstatt sie auszusprechen, verfallen sie wieder in dem Strudel neuer Gedanken. Alte Gedankenruinen werden restauriert, erweitert oder von Grund auf neu gebaut. Wenn man jeden Gedanken - alles, was einem wichtig erscheint - aufschreiben würde - ich könnte Bücher damit füllen. Aber - warum auch immer - ich kann nicht dieses Gespräch beginnen, denn kein Satz scheint mir passend dafür, kein Wort angebracht. So verschwinden die Satzreihen in der Ruinenstadt, um vielleicht eines Tages wieder aufgebessert zu werden....

Noch eine weitere Erkenntnis möchte ich äußern: Gesprochene Worte sind mächtiger als Geschriebene. In den letzten Tagen habe ich viel vorgelesen, Bücher auf diese Art neu erlebt. Die Empfindungen in den Augen der Zuhörer gesehen und die Geschichten neu auf mich wirken lassen. Als Wort auf dem Papier haben sie viel Kraft, aber sie zu hören - die Kraft wächst um ein Vielfaches, habe ich das Gefühl. Und es ist angenehm zu merken, dass es viele Menschen mitreißt, nicht nur mich...

Lea