Sie redet,
aber ich kann nicht verstehen, was sie sagt. Ich starre nur auf diese vollen,
roten Lippen. Diese Lippen, von denen ich mich frage, wie sie wohl schmecken
würden. Ihre Worte dringen nicht zu mich durch, aber ihre Augen strahlen - das Thema begeistert sie. Selbst die Farben
ihrer Iris scheinen zu glitzern, umringt von einem dichten Kranz tiefschwarzer
Wimpern. Diese Augen, diese faszinierenden Augen, die - ich wünschte es - nur mich sehen sollten.
Der Wind
weht ihr eine Strähne ihres mahagoniefarbenen Haares ins Gesicht. Ohne es
wirklich wahrzunehmen, streicht sie sich die Strähne hinter ihr Ohr. In mir
wächst der Drang ihr durch dieses Haar zu fahren, neugierig ob es so weich ist,
wie es scheint.
Sie deutet
auf einen Satz in dem Text, den ich in der Hand halte. Mich beeindrucken die
verschlungenen Muster auf ihren Nägeln, die sie selbst erfindet und aufträgt.
Die schlanken Finger mit den Silberringen und den spitzen, langen Nägeln. Die
Hände, für die ich, sie zu halten, alles tun würde.
Sie ist
nicht groß, mehr als einen Kopf kleiner als ich, aber sie hat ein Strahlen an
sich, was mir den Atem raubt, mich fesselt, mich meiner Gedanken beraubt. Hätte
sie Flügel, wäre sie ein Engel wie er in Geschichten überliefert wird. Aber sie
benötigt sie nicht. Die Wärme, die sie ausstrahlt, macht sie schöner und
begehrenswerter als das Bild eines Engels.
Sieht sie
es? Sieht sie meinen Blick? Den Wunsch, der so offensichtlich in meinen Augen
zu liegen scheint? Mein Lächeln muss doch alles sagen! Oder ignoriert sie es?
Mir fällt
auf, dass sie nicht mehr redet, sie beobachtet mich. Ein Lächeln streicht über
ihre Lippen. Ich wünschte, ich könnte das Bild festhalten: Die vom Wind
geröteten Wangen, die strahlenden Augen, das sanfte Lächeln, das zerwühlte Haar,
einfach dieses wunderschöne Mädchen, von dem ich eigentlich nichts weiß, nur
dass sie mich und meine Gedanken nicht mehr loslässt...
Lea
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen