Chucks.
Wahrscheinlich einige der beliebtesten Schuhe dieser Jugend. Und doch ist es
dieser eine kleine Aufnäher. "Converse". Entweder hat man ihn oder
man wird komisch angesehen - frei nach dem Motto "Gewollt, aber nicht
gekonnt". Es ist diese Kleinigkeit, die einem sagt, dass man vor sich
etwas gefälschtes sieht. Das müsste es eigentlich auch für Menschen geben. So
etwas wie ein Siegel, dass einem sagt: "Ich bin genau die, die ich zu
seien scheine. Ich bin ehrlich zu dir - in meinen Worten und in meinen
Taten." Ich kenne einen Menschen, der dieses Siegel verdienen würde. Einen
einzigen. Immerhin doch so viele. Ehrliche Menschen, die sich wirklich so geben
wie sie sind, sind etwas wahnsinnig besonderes und man sollte so etwas nicht
einfach wahllos an irgendwelche Leute verteilen.
"Mens sana in corpore
sano."
So oder so
ähnlich. Es schoss mir heute beim Joggen durch den Kopf. Neben der Erkenntnis,
dass es nichts geileres gibt als zu zweit zu laufen und sich auf halber Strecke
zu streiten. Es steigert irgendwie extrem den Wollen am Ziel anzukommen. Die
Strecke, die sonst so unwahrscheinlich lang an einigen Passagen erscheint -
grade an dem Punkt, wo man kurz davor steht aufzuhören - diese Passagen waren
heute nicht erwähnenswert. Neue Bestzeit gelaufen. Ich weiß immer noch nicht,
warum ich am Ende stehen geblieben bin, ich hätte ewig weiterrennen können.
Aber zurück
zu oben genannten Zitat. Ich hab viel nachgedacht bei dem Lauf. Über unwichtige
Dinge wie die Sache mit den Chucks, der Tatsache, dass ich mal wieder zum
Friseur muss, und dass ich mich zum schreiben zwingen sollte. Und dann auch
über wichtigere Sachen: die Frage, warum alle in meinem Umfeld grade ein
negatives Spannungsfeld zu erzeugen scheinen, was mich umhüllt; und woher der
Schmerz in der linken Hüfte kommt; ganz zu schweigen von der Überlegung, ob ich
heute Nacht wieder von den Schmerzen in der rechten Schulter geweckt werde.
Ein gesunder
Geist in einem gesunden Körper. Aber wenn eines von beiden geschädigt ist, dann
beginnt doch erst der Kreislauf. Was war bei mir zuerst kaputt? Wo muss ich
ansetzen um das wieder zu bereinigen? Mein Körper beginnt schon zu schreien.
Mangelnder Appettit und kein Hungergefühl. Dauernde Müdigkeit, aber
Schlaflosigkeit. Und natürlich die Schmerzen jeglicher Art. Und dennoch: meine
Ausdauer ist trotz erhöhtem Zigarettenkonsum um ein Vielfaches besser. Völlig
absurd.
Ich fange
gar nicht erst an aufzuzählen, was mit meinem Geist nicht stimmt, das würde den
Rahmen hier sprengen.
Ich weiß,
ich setzte mir die falschen Ziele, um mich wieder in die richtige Richtung
bewegen zu können. Ich sehe die Konsequenzen, ich erkenne sie als bedenklich an
und ich weiß, dass ich bald einen Punkt erreicht habe, an dem ich aufpassen
muss, aber das alles erscheint mir noch unwichtig. Jeder ist für sich selbst
verantwortlich und was ich mir antue, schadet niemand anderem wirklich. Oder
sagen wir lieber, es schadet nicht nachhaltig.
Wo ist der
Moment, an dem ich doch die Hand ausstrecken muss und um Hilfe bitten sollte?
Wahrscheinlich war er schon vor einigen Tagen. Und mit jedem weiteren gehe ich
nur weiter in die Richtung, die kein Licht, sondern Dunkelheit bereithält. Noch
kann ich den Weg sehen. Tick Tack. Zwei Monate. Versprochen.
Lea
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