Dienstag, 20. März 2012

Windgedanken


Chucks. Wahrscheinlich einige der beliebtesten Schuhe dieser Jugend. Und doch ist es dieser eine kleine Aufnäher. "Converse". Entweder hat man ihn oder man wird komisch angesehen - frei nach dem Motto "Gewollt, aber nicht gekonnt". Es ist diese Kleinigkeit, die einem sagt, dass man vor sich etwas gefälschtes sieht. Das müsste es eigentlich auch für Menschen geben. So etwas wie ein Siegel, dass einem sagt: "Ich bin genau die, die ich zu seien scheine. Ich bin ehrlich zu dir - in meinen Worten und in meinen Taten." Ich kenne einen Menschen, der dieses Siegel verdienen würde. Einen einzigen. Immerhin doch so viele. Ehrliche Menschen, die sich wirklich so geben wie sie sind, sind etwas wahnsinnig besonderes und man sollte so etwas nicht einfach wahllos an irgendwelche Leute verteilen.

"Mens sana in corpore sano."

So oder so ähnlich. Es schoss mir heute beim Joggen durch den Kopf. Neben der Erkenntnis, dass es nichts geileres gibt als zu zweit zu laufen und sich auf halber Strecke zu streiten. Es steigert irgendwie extrem den Wollen am Ziel anzukommen. Die Strecke, die sonst so unwahrscheinlich lang an einigen Passagen erscheint - grade an dem Punkt, wo man kurz davor steht aufzuhören - diese Passagen waren heute nicht erwähnenswert. Neue Bestzeit gelaufen. Ich weiß immer noch nicht, warum ich am Ende stehen geblieben bin, ich hätte ewig weiterrennen können.
Aber zurück zu oben genannten Zitat. Ich hab viel nachgedacht bei dem Lauf. Über unwichtige Dinge wie die Sache mit den Chucks, der Tatsache, dass ich mal wieder zum Friseur muss, und dass ich mich zum schreiben zwingen sollte. Und dann auch über wichtigere Sachen: die Frage, warum alle in meinem Umfeld grade ein negatives Spannungsfeld zu erzeugen scheinen, was mich umhüllt; und woher der Schmerz in der linken Hüfte kommt; ganz zu schweigen von der Überlegung, ob ich heute Nacht wieder von den Schmerzen in der rechten Schulter geweckt werde.
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Aber wenn eines von beiden geschädigt ist, dann beginnt doch erst der Kreislauf. Was war bei mir zuerst kaputt? Wo muss ich ansetzen um das wieder zu bereinigen? Mein Körper beginnt schon zu schreien. Mangelnder Appettit und kein Hungergefühl. Dauernde Müdigkeit, aber Schlaflosigkeit. Und natürlich die Schmerzen jeglicher Art. Und dennoch: meine Ausdauer ist trotz erhöhtem Zigarettenkonsum um ein Vielfaches besser. Völlig absurd.
Ich fange gar nicht erst an aufzuzählen, was mit meinem Geist nicht stimmt, das würde den Rahmen hier sprengen.
Ich weiß, ich setzte mir die falschen Ziele, um mich wieder in die richtige Richtung bewegen zu können. Ich sehe die Konsequenzen, ich erkenne sie als bedenklich an und ich weiß, dass ich bald einen Punkt erreicht habe, an dem ich aufpassen muss, aber das alles erscheint mir noch unwichtig. Jeder ist für sich selbst verantwortlich und was ich mir antue, schadet niemand anderem wirklich. Oder sagen wir lieber, es schadet nicht nachhaltig.
Wo ist der Moment, an dem ich doch die Hand ausstrecken muss und um Hilfe bitten sollte? Wahrscheinlich war er schon vor einigen Tagen. Und mit jedem weiteren gehe ich nur weiter in die Richtung, die kein Licht, sondern Dunkelheit bereithält. Noch kann ich den Weg sehen. Tick Tack. Zwei Monate. Versprochen. 
Lea

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