Venezianischer
Maskenball. Ich habe noch keinen je erlebt, aber es wäre mein größter Traum.
Diese wunderbare Farbenpracht. Die grellen Verzierungen. Verrückte Muster. Ein
Stückchen Farbe in einer dunklen Welt.
Es gibt doch
nur zwei Farben in der Welt: Schwarz und Weiß. Die alte Thematik - ich weiß -
aber ich will trotzdem darüber reden. Es ist doch so: Dinge sind gut oder sie
sind schlecht. Nicht für alle Menschen ist das Gleiche gut. Ein Messer kann für
mich Weiß sein, für jemanden, der in eine Messerstecherei verwickelt war, ist
die Waffe dann eben Schwarz. So sind auch Menschen. Leo ist für mich ein
strahlender Fleck Weiß. Und für andere, die ihm nichts bedeuten ist er
vielleicht genauso Schwarz wie seine Kleidung.
Was ist aber
mit Gedanken? Können Ideen dort eingeordnet werden? Definitiv. Mich haben
gestern Gedanken, die für die Autorin wahrscheinlich Weiß waren, ziemlich aus
der Bahn getroffen. Für mich eine Schwarze Seite.
Aber Dinge
können ihre Farbe ändern, die Strukturen verändern sich. Auch wenn ich es
versuche, ganz ohne ein paar Graue Dinge kommt mein Kleiderschrank nicht aus.
Und so ist es auch in der Welt. Ich habe nachgedacht. Die Beschreibung, dass
Leo Weiß ist, ist eigentlich falsch. Er ist der bunte Fleck in einer farblosen
Welt. So wertvoll. Und dank dieser Farbquelle kann ich über den Gedanken von
Claire grübeln. Inzwischen kann ich sie zwar immer noch nicht verstehen, aber
als Meinung akzeptieren. Grau.
Wenn ich die
Welt mit einer Maske gleichsetzen würde - sie wäre nicht bunt. Einzig eine
kleine Verzierung unter dem linken Auge. An der Stelle, wo man noch verletzlich
ist. Verletzlich durch ein winziges Staubkorn schon.
Manchmal
muss man über Probleme länger grübeln um zu verstehen, dass sie auf den zweiten
Blick ihr Farbe verlieren.
Es ist ein
kleines Wunder, dass der Baum vor meinem Fenster Grün ist. Und doch bemerkt es
niemand. Aber wenn die Welt um uns herum farblos wäre, würde man ihn sehen.
Die Kunst
ist es, nicht auf die Farblosigkeit warten zu müssen um zu verstehen.
In Gedanken,
Lea
In Gedanken,
Lea
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