" A street lamp dies, another night is over
Another day is dawning"
An alle, die jetzt erst von mir lesen - Danke, ihr werdet es nicht bereuen.
Mein neuer Blog wird etwas anders als meine alten. Zwar werde ich weiterhin zu allen möglichen Dingen meine philosophische Meinung aussprechen, aber ihr bekommt auch Eindrücke in meine private Gedankenwelt und eventuell auch die eine oder andere Kurzgeschichte.
Um noch kurz die Frage zu beantworten, die euch wahrscheinlich auf den Lippen brennt, ich habe festgestellt, bloggen ist wie rauchen für mich. Ich brauche das nicht jeden Tag, aber wenn ich Lust drauf habe, ist es gut eine Möglichkeit zu haben, dieses Verlangen zu befriedigen. Und gestern Nacht war der Impuls einfach übermächtig.
Ich liebe Masken. Vor allem die venezianischen Masken. Wunderschön verziert. Verbergen Gesichter aus unterschiedlichen Gründen. Aber ich will über eine andere Art reden. Mir ist wieder eingefallen, was mir mein wichtigster Vertrauter - Max - einmal gesagt hat. "In der Öffentlichkeit musst du eine Maske tragen. Zeige niemanden wie sehr du verletzt bist oder wie du wirklich bist. Setz sie erst bei Menschen ab, denen du vertraust und die sich als würdig erwiesen haben. Das ist der Schlüssel zur Manipulation ... und dem Selbstschutz." Ich würde gerne sagen, er liegt falsch, doch seine Lektion war für mich wertvoll. Es ist eine Kunst, die Maske aufzusetzen und sie lückenlos zu tragen. Nicht die eigenen Gefühle als Verzierung für das Bild zu nutzen. Und sie glaubhaft der Welt zu zeigen. Die Schwierigkeit - oder die Gefahr, wie man es sehen will - ist es, sie auch wieder abzunehmen! Einmal aufgesetzt und daran gewöhnt, ist es einfacher sie auf zu behalten. Man braucht niemandem mehr Kummer bereiten oder auszusprechen, was einen bewegt. Stattdessen beginnt man, in sich einfach alles zu stauen. Ich habe schon gesehen, was aus solchen Menschen werden kann. Und das ist nicht immer etwas Gutes. Es ist der tiefe Schmerz und die noch quälendere Einsamkeit, die solche Menschen wie eine Aura umliegt. Die sich unter dem sicheren Schutz der Maske davon stehlen.
Es gibt Menschen, die lassen sich nicht täuschen. Leo reißt mir praktisch jede Maske vom Gesicht, egal wie sehr ich sie ausschmücke, um ihr Glaubhaftigkeit zu verleihen. Und wenn es ihm nicht gelingt sie zu deuten, so erkennt er doch, dass sich dahinter etwas anderes verbirgt, als es scheint.
Ein weiterer Mensch dieser Art ist für mich meine geliebte Nora. Bei ihr brauche ich keine Maske, sie kennt mich schon so lange, dass sie alle meine Züge akzeptiert. Aber vielleicht ist ihre Maske auch einfach sehr gut.
Und zuletzt natürlich Max - für mich der Meister dieser Kunst. Scheinen doch alle seine Masken perfekt sein Gesicht zu umschmiegen. Und er sieht durch jede meiner hindurch. Erkennt Dinge, die ich mir selbst nicht eingestehen will. Ist in so vielen Dingen mir um vieles voraus. Bis auf zwei Sachen. Die beiden größten Geheimnisse hat er noch nicht erkannt und gelüftet.
Danke an euch Drei, die ihr mich jedes Mal für eine Zeit die Bänder entwirrt und mir ins Gesicht seht um zu sagen, ihr versteht und respektiert mich. Wegen euch verschmilzt die Maske nicht mit mir. Jeder sollte solche Freunde wie euch haben.
Auf bald,
Lea

"wegen euch verschmilzt die maske nicht mit mir", ist wohl der genialste satz, beschreibt schön den einzigen haken an der sache, den persönlichen teufel des maskenspielers...
AntwortenLöschenirgentwann ist es keine maske mehr, irgentwann wird sie zum eigenen gesicht..
..und zu guter letzt: willkommen zurück!