"Ein
Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele."
Ich fahre
jeden Morgen an einem kleinen Buchladen vorbei, der im Fenster diesen Spruch
hängen hat. Und jedes Mal schleicht sich ein Lächeln auf mein Gesicht, denn
dieser Spruch ist nur zu wahr. Ich muss mir nur das Zimmer meiner Mutter
ansehen. Bücher - soweit das Auge reicht. Die Wände mit Schränken gepflastert,
auf den Tischen Bücher - das macht Charakter. Man fühlt sich in dem kleinen
Raum sofort zu Hause. Es ist heimisch, man fühlt sich willkommen.
Dagegen ein
Raum ohne Bücher? Für mich kaum vorstellbar. Der Gedanke, dass ein Zimmer
nichts über die Vorlieben seines Bewohners erzählt, ist mir ein Greul. Ich
kenne ein solches Zimmer. Wirklich schön, offen und aufgeräumt. Aber es wirkt
fremd und irgendwie unbewohnt, weil das einzige Buch, was man findet, eines auf
einem Tisch ist. Und auch das nur durch Zufall.
Bücher
machen den Charme eines Raumes aus, verraten Geheimnisse über den Bewohner.
Erzählen Geschichten. Zeigen die Vergangenheit und die Zukunft. Mein eigenes
Zimmer zeigt den Kontrast recht extrem. Auf der einen Seite die Bücher aus
alter Zeit, hauptsächlich Fantasy. Links dann eine lange Reihe Krimis.
Teilweise historische Romane. Eine Biographie. Ein paar Romane. Ein breit
gefächertes Feld von Dan Brown über Frank Schätzing und Simon Beckett sowie
Genre-Kollegin Karen Rose bis hin zu Carlos Ruiz Zafón und Cecelia Ahern. Du
suchst? Ich hab was.
Eine Seele
ist genauso komplex wie dieser Bücherschrank. Oder zumindest sollte sie das
sein. Die Seele gibt dem Körper Ausstrahlung. Man muss nicht eine Schönheit
sein und kann trotzdem Verehrer haben. Wenn nur die Seele einiger Maßen
aussagekräftig ist. Auch mit dem Gesicht und der Figur eines Models kann man
unbeachtet bleiben, wenn die Seele zu leer oder zu schwarz ist.
Wahrscheinlich
wäre das jetzt der Punkt, an dem ich etwas über meine Seele sagen sollte, aber
irgendwas hält mich davon ab.
Eine Seele
sollte sowohl Lichtseiten als auch im Schatten verborgene Teile haben. Sie ist
kein Buch, in dem man einfach so lesen können sollte. Sie ist viel komplexer, verschachtelter. Mit
einem Labyrinth zu vergleichen. Ein Weg hinein führt nicht immer wieder hinaus.
Und wenn man tief genug eingetaucht ist in die Seele des Gegenüber, führt kein
Weg mehr hinaus. Manchmal verliert man sich selbst auf den Wegen. Und dann gilt
es nicht die Nerven zu verlieren, sondern sich zusammen zu reißen.
Ein Buch ist
nicht weniger gefährlich. Man kann sich schnell in den Seiten zwischen den
Zeilen verlieren. In einer Geschichte, die nicht wahr ist und dennoch real
erscheint. So schön, dass man sich nichts sehnlicher wünscht, als dass sein
Leben so wäre. Und schon verliert man jeden Sinn für Reales. Das Leben ist kein
Hollywoodfilm und kein Märchen. Es kommt am Ende kein Prinz auf einem weißen
Pferd. Der Mörder wird nicht immer gefunden. Und manche Geheimnisse werden nie
gelüftet.
Ich für
meinen Teil kann ohne Bücher nicht leben. Auch wenn der Wert der Bücher in
unserer heutigen Gesellschaft scheinbar nur noch sinkt.
Noch eine Kleinigkeit für euch:
Bis bald,
Lea
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