Montag, 5. März 2012

Eine Nacht allein mit einem Bekannten


Mal etwas Neues. Meine Gedanken von gestern Nacht. Aufgeschrieben irgendwann gegen zwei Uhr morgens.
 
Ich hab ganz vergessen wie angenehm es ist nur ein einem längeren Shirt, halbherzig von einem dünnen Lacken bedeckt, bei offenem Fenster auf dem Bett zu liegen. Es ist diese angenehme Kälte, die sich durch den Körper frisst, sobald man aufhört mit dem Zittern. Langsam fängt die Haut an abzukühlen und irgendwann ist das Zittern vorbei. Und dann hat man die gnädige Kälte, die einem in den Gliedern steckt und langsam bis in den Kopf vordringt. Laute Musik und diese Kälte - es gibt kein besseres Mittel nicht zu denken. Es ist zwar nicht das Vernünftigste, aber das ist mir egal. Man kann sich auch betrinken oder ritzen - jeder wie er es will, gerne auch alles drei zusammen.
Einen kleinen, kostbaren Moment keine Gedanken, Theorien, Wünsche, Zukunftsprognosen. Eine kleine Erinnerung vielleicht an wenige Stunden zuvor. Und die Frage, wie die Welt es immer wieder schafft, so dermaßen in sich zusammen zu krachen. Aber auch das schiebe ich von mir. Zurück bleibt nur der halbbetäubte Schmerz in meinem kompletten Körper. Und meiner Seele. Was soll man schon machen? Lieber wachen und nicht denken als schlafen und träumen. Denn Träume bringen immer auch Fragen mit sich. Und von denen habe ich mehr als genug. Sozusagen einen Überfluss. Was fehlt sind die Lösungen.
Leise meldet sich mein Magen wieder mit dieser Übelkeit, die schlimmer wird, egal ob ich esse oder nicht. Ich habe ich schließlich gegen das Essen entschieden.
Und irgendwie fühle ich mich zwar angenehm kalt und starr - ruhig - aber auch rastlos. Hin und her gerissen zwischen weinen und dem Drang nach einer Schlägerei. Unfähig, irgendetwas in mir zu sortieren oder zu verstehen.
Ich weiß nur, dass diese völlig verwirrende und verzwickte Situation wieder Lichtblicke im Leben aufzeigt. Und über kurz oder lang auch die wichtigen Begleiter offenbart. Einen habe ich, drei scheinen sich nicht zu positionieren und einen habe ich wohl verloren. Oder muss ich aus dem einem der "einen" "zwei" machen?
Bilder wie ein Stummfilm, chronologisch nicht geordnet laufen vor meinem geistigen Auge ab. Blicke, die ich auf dich geworfen habe. Ein ganzes Wochenende, dass noch einmal abläuft. Meine schönsten "Schnappschüsse" von dir. Deine Stimme kämpft gegen die Musik, dringt wie durch einen Sumpf aus Tönen zu mir vor. Typische Sätze von dir. Mit und ohne passendem Bild.
Die Kälte und Musik haben etwas einschläferndes. Vielleicht komme ich doch noch zu zwei oder drei Stunden Schlaf.
Mein Kopf wird kalt. Endlich Frieden. Paradox. Meine Hände sind warm...

Lea

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