Samstag, 7. April 2012

Fliegende Seife


"Träume müssen auf jeden Fall Träume bleiben. Denn sobald sie Wirklichkeit werden, will man sie nicht mehr. Träume müssen unrealistisch sein." ("Das Leben des David Gale")
Hangeln wir uns nicht alle an unseren Träumen entlang durchs Leben? Ist es nicht ein Grund zum vorwärts gehen, ein Grund nicht aufzugeben? Ein Ziel, was man vor Augen hat?
Was ist der Unterschied zwischen einem Traum und einem Ziel? Die Antwort liegt im Eingangszitat für mich. Ein Ziel ist etwas realistisches. Man kann es erreichen. Mein Studienwunsch ist ein Ziel. Mit genügend Fleiß und Lernen kann ich am Ende dort ankommen. Mein Verstand sagt mir das.
Mein Herz dagegen strebt einen Traum an. Einen, der mich glücklich macht, mich antreibt und mir Kraft gibt.
Ein Traum ist wie eine kleine Seifenblase. Eine Flucht aus dem Alltag in eine Phantasiewelt, wo man eine kurze Zeit lang glücklich seien kann. Es ist eine kleine Scheinwelt, die einem vorgaukelt wie das Leben glücklich aussehen könnte. Und sie ist so gefährlich. Wie schnell kann man sich doch in dieser Welt verlieren. Wie schnell den Sinn für Wahrheit - Realität verlieren. Wer hoch fliegt, fällt tief und wenn man die Grenze zwischen Realität und Traum nicht mehr sieht und die Blase immer höher steigt und platzt - der Knall ist Laut und der Sturz tief. Das Risiko muss man eingehen können.
Aber Träume können auch ein Segen seien. Zum einen kann man die Zukunft in verschiedenen Varianten spinnen und abwägen, wie groß die Chancen des Eintreffens sind und ob sich die Entscheidung lohnt. Zum anderen sind diese Seifenblasen eine Flucht aus dem Klassenraum, aus Konflikten, aus dem Zug während einer langen Fahrt. Ein Schutzmechanismus. Diese Art vom Träumen ist gut.
Wenn ich so Träume und Ziele vergleiche: Ein Ziel sollte immer wichtiger seien als der Traum. Der Traum ist das Benzin, der Kraftstoff für den Weg, aber das Ende ist das Ziel. Nicht die Erfüllung des Traumes. Denn wenn sich ein Traum erfüllt, merkt man oft, dass er gar nicht so wichtig für einen war. Das ist die eine Art Traum.
Die andere ist die, die nach der Erfüllung Glück und Freude mit sich bringt. In so einer Seifenblase schwebe ich gerade in meiner Freizeit auf und ab. Sie macht mir Mut und gibt mir Hoffnung. Deshalb sage ich es auf diesem Weg noch einmal: Leo, ich weiß, du denkst, dass sie irgendwann hoch oben platzen wird und der Sturz jetzt noch harmlos wäre, aber ich warne dich: GEH MIT DER NADEL WEG! Ich höre oft auf dich, aber nicht jetzt. Nicht solange ich die Aussicht genieße.
Träumer sind glückliche Menschen, solange sie ihre Träume beherrschen und nicht von ihnen beherrscht werden. Und noch weiß ich, was Realität ist.
Ich verschwinde noch ein wenig in meinen Träumen,
Lea

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