"Träume
müssen auf jeden Fall Träume bleiben. Denn sobald sie Wirklichkeit werden, will
man sie nicht mehr. Träume müssen unrealistisch sein." ("Das Leben
des David Gale")
Hangeln wir
uns nicht alle an unseren Träumen entlang durchs Leben? Ist es nicht ein Grund
zum vorwärts gehen, ein Grund nicht aufzugeben? Ein Ziel, was man vor Augen
hat?
Was ist der
Unterschied zwischen einem Traum und einem Ziel? Die Antwort liegt im Eingangszitat
für mich. Ein Ziel ist etwas realistisches. Man kann es erreichen. Mein
Studienwunsch ist ein Ziel. Mit genügend Fleiß und Lernen kann ich am Ende dort
ankommen. Mein Verstand sagt mir das.
Mein Herz
dagegen strebt einen Traum an. Einen, der mich glücklich macht, mich antreibt
und mir Kraft gibt.
Ein Traum
ist wie eine kleine Seifenblase. Eine Flucht aus dem Alltag in eine
Phantasiewelt, wo man eine kurze Zeit lang glücklich seien kann. Es ist eine
kleine Scheinwelt, die einem vorgaukelt wie das Leben glücklich aussehen
könnte. Und sie ist so gefährlich. Wie schnell kann man sich doch in dieser
Welt verlieren. Wie schnell den Sinn für Wahrheit - Realität verlieren. Wer
hoch fliegt, fällt tief und wenn man die Grenze zwischen Realität und Traum
nicht mehr sieht und die Blase immer höher steigt und platzt - der Knall ist
Laut und der Sturz tief. Das Risiko muss man eingehen können.
Aber Träume
können auch ein Segen seien. Zum einen kann man die Zukunft in verschiedenen
Varianten spinnen und abwägen, wie groß die Chancen des Eintreffens sind und ob
sich die Entscheidung lohnt. Zum anderen sind diese Seifenblasen eine Flucht
aus dem Klassenraum, aus Konflikten, aus dem Zug während einer langen Fahrt.
Ein Schutzmechanismus. Diese Art vom Träumen ist gut.
Wenn ich so
Träume und Ziele vergleiche: Ein Ziel sollte immer wichtiger seien als der
Traum. Der Traum ist das Benzin, der Kraftstoff für den Weg, aber das Ende ist
das Ziel. Nicht die Erfüllung des Traumes. Denn wenn sich ein Traum erfüllt,
merkt man oft, dass er gar nicht so wichtig für einen war. Das ist die eine Art
Traum.
Die andere
ist die, die nach der Erfüllung Glück und Freude mit sich bringt. In so einer
Seifenblase schwebe ich gerade in meiner Freizeit auf und ab. Sie macht mir Mut
und gibt mir Hoffnung. Deshalb sage ich es auf diesem Weg noch einmal: Leo, ich
weiß, du denkst, dass sie irgendwann hoch oben platzen wird und der Sturz jetzt
noch harmlos wäre, aber ich warne dich: GEH MIT DER NADEL WEG! Ich höre oft auf
dich, aber nicht jetzt. Nicht solange ich die Aussicht genieße.
Träumer sind
glückliche Menschen, solange sie ihre Träume beherrschen und nicht von ihnen
beherrscht werden. Und noch weiß ich, was Realität ist.
Ich
verschwinde noch ein wenig in meinen Träumen,
Lea
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