Freitag, 6. April 2012

Aufstand


Ich mag den April nicht. Heute Morgen bin ich wieder von der Sonne geweckt worden und habe beschlossen, joggen zu gehen. Schlechte Idee. Ich unterhalte mich inzwischen wieder mit einer flüsternden Stimme. Als ich ankam, hatte ich gar keine mehr.
Alle Bäume und Pflanzen hier scheinen zu blühen. Als würde die Stadt mir zeigen wollen wie schön es hier ist. Als wollte sie mir zeigen, dass es sich lohnt hier zu bleiben. Am schönsten ist eine Straße um die Ecke. Voller blühender Magnolienbäume. Wenn die Morgensonne ihre Strahlen in diese Straße wirft, die Vögel singen und kein Mensch zu sehen ist - wow, ein kleines Stück Paradies. Magnolien haben etwas Schönes an sich, nicht die gleiche Schönheit und Grazie wie Orchideen, aber dennoch etwas besonderes. Und ich habe eine weitere Veränderung bemerkt.
Es ist ein Mädchen, was ich nach langer Zeit wiedergesehen habe. Strahlende Augen. Ein Lächeln auf den Lippen. Gerader Rücken, sichere Schritte. Ein leichtes, katzenhaftes Auftreten. Ich kann nicht fassen, dass ich mich selbst im Spiegel sehe. In den letzten Tagen habe ich etwas wiedergefunden, was ich verloren habe. Selbstsicherheit? Selbstbewusstsein? Auf jeden Fall einen Teil meiner Selbst. Ich bin zurück! Mit neuer Kraft, mit neuem Mut und einer neuen Aufgabe: Mich selbst nicht noch einmal zu verlieren.
Ich habe euch in den vergangenen Wochen viele Sorgen bereitet, aber ich habe vor, das zu ändern. Ich habe wieder gesehen, dass ich genug Menschen mehr als wichtig bin. Und noch etwas wichtigeres: Ich habe einen Wert für einige Menschen. Und jetzt auch für mich selber. Langsam lerne ich auf mich selbst aufzupassen und auf mich zu hören.
Die Welt - gestern noch grau und schwarz - scheint endlich voller leuchtender Farben zu seien. Wärme umgibt mich. Genug um mich lachen zu lassen. Noch ist mein Selbstbewusstsein eine zarte Pflanze, nicht groß, aber sie gedeiht. Mein Schutzschild stärkt sich wieder - bisher nur eine Wand zerbrechlich wie Glas.
Die Unbeschwertheit, die Veränderung tilgt nicht alle Probleme - ich habe noch genug um mich nachts lange wach zu halten - aber sie macht mich stärker. Und das ist die Stärke, die ich zum Lösen brauche. Ein kleiner Funke ist in mir entflammt und beginnt durch meinen Körper zu fließen. Ausgelöst durch so viele kleine Dinge, bringt er mir jetzt eine Stärke zurück, die wieder einen enorme Kraft entfalten kann, wenn sie die Chance dazu erhält.
Ich sollte mich dafür bei drei Leuten bedanken. Ich werde es hier nicht tun. Einer wird es erraten durch diesen Post; der Zweite wird das hier gar nicht lesen; der Dritte wird sich nicht erkennen. Das ist zumindest meine Vermutung. Trotzdem: Danke Jungs! Ihr seid die Besten.
Wenn ich hier kurz einen Film zitieren darf, der mir nicht aus dem Kopf gehen will:

I've been brought down to my knees
And I've been pushed way past the point of breaking
But I can take it
I'll be back
Back on my feet
This is far from over
I am far from over
You haven't seen the last of me

Lea

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