Montag, 16. Juli 2012

Kapuzenaufschlag


Ich liebe eine Illusion. Schwierige Situation. Aber Erkenntnis ist der erste Schritt zur Weg der Besserung, auf dem Weg der Befreiung. Die Erkenntnis rollt wie eine Münze durch meine Gedanken, kippt um. Auf dem Tisch liegt das Idealbild, was ich habe. Diesen perfekten Menschen. Alle seine Fehler entschuldigt und akzeptiert. Alle Makel als Farbtupfen in einem Bild voller leuchtender Farben.
Aber diese Seite liegt auf der Tischplatte. Nach oben blickt die Wahrheit. Das eben nicht jeder Fehler liebenswert und wundervoll ist, sondern dunkle Flecken in einem grauen Bild. Dieser Mensch ist eben nicht perfekt, so wie ich es mir wünschen würde. Und er ist nicht, was ich mir wünsche.

"Und auf einmal ist es leicht. Nur ein Schritt, da ist die Tür.
 So viel Schmerz um diesen Mann und ich weiß nicht mehr wofür!
 Aus der Tür und aus der Stadt ohne aber, wenn und wie.
 Und erfahren, wo ich bin, wird er nie!"

So oder so ähnlich. Eher ein wenig anders. Ich öffne die Tür meines Herzens, packe den Kerl am Kragen und schmeiße ihn hochkant hinaus. Ende. Durch diese Tür kommst du hier nie mehr hinein. Und auch nicht mehr durchs Fenster. Ich lerne aus meinen Fehlern.
Draußen regnet es. Aber ich sehe den Regen nicht negativ. Im Gegenteil, er hat etwas reinigendes an sich. Er spült die Reste von ihm weg. Ich schlage die Kapuze auf und verdecke mein Haar, aber nicht meine Augen.
Zeit wieder mit einem Blick durch die Welt zu gehen. Mit erhobenen Haupt. Mit einem heilen Herzen. Und dem alten Strahlen.
Lea

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